Finanzmanagement

Cashflow: Warum dein Kontostand lügt - und dein Liquiditätsplan nicht

Christof Pelz · August 2026 · 5 Min. Lesezeit

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Der Kontostand ist die beliebteste Kennzahl im Mittelstand - und die unzuverlässigste. Er sagt dir, wo du heute stehst, und verschweigt, was in sechs Wochen fällig wird. Wer danach entscheidet, entscheidet rückwärts.

Warum der Kontostand lügt

Ein guter Kontostand am Monatsende bedeutet nicht, dass Geld übrig ist. Er bedeutet, dass die Zahlungen dieses Monats durch sind und die des nächsten noch nicht. Zwischen beidem liegt kein Ergebnis, sondern nur ein Zeitpunkt.

Besonders teuer wird das bei Posten, die nicht monatlich kommen: Umsatzsteuer-Vorauszahlung, Versicherungsjahresprämien, Boni, die Abschlagszahlung an den Lieferanten. Sie fallen selten an - aber wenn, dann groß.

Ein Kontostand ist ein Foto. Eine Liquiditätsplanung ist der Film - und erst der zeigt, wohin die Handlung läuft.

Was in eine rollierende Planung gehört

Rollierend heißt: Der Blick reicht immer zwölf Monate nach vorn, und jeden Monat rückt er einen weiter. Nicht ein Plan pro Jahr, sondern ein Plan, der mitläuft. Hineingehören vier Dinge:

  • Die fixen Auszahlungen, die unabhängig vom Umsatz laufen - Löhne, Mieten, Leasing, Versicherungen.
  • Die unregelmäßigen Brocken mit ihrem echten Fälligkeitsdatum, nicht dem Datum der Rechnung.
  • Die Einzahlungen nach realistischem Zahlungsverhalten deiner Kunden - nicht nach Zahlungsziel.
  • Die Vorhaben, über die du gerade nachdenkst: Maschine, Einstellung, Standort.

Wie oft du sie anfasst

Einmal im Monat, im Zuge des Abschlusses, zusammen mit den Zahlen des Vormonats. Wer seltener schaut, plant nicht - er dokumentiert.

Was du morgen tun kannst

Drei Schritte, für die du weder Software noch Beratung brauchst:

  1. Nimm die letzten zwölf Kontoauszüge und markiere jede Zahlung über einem selbst gewählten Schwellenwert.
  2. Trag die markierten Posten mit ihrem Fälligkeitsmonat in eine Tabelle ein - zwölf Spalten reichen.
  3. Leg deine geplanten Vorhaben daneben und schau, in welchem Monat es eng wird.

Was dabei herauskommt, ist noch keine Planung, aber schon eine Vorschau. Wie wir das im laufenden Betrieb machen, steht im Finanzmanagement.

Christof Pelz

Christof Pelz

Gründer & Geschäftsführer

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